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In diesem Blogeintrag möchte ich mich mit einer Entwicklung beschäftigen, die mir insbesondere bei der jetzt bevorstehenden Bundestagswahl auffällt: der inhaltsleere Wahlkampf. Die Parteien plakatieren die Städte zu und man wird von irgendwelchen Leuten angeguckt. Wenn Forderungen gemacht werden, dann endet es wie bei der CDU: „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben!“

Dieser Satz enthält genau gar keinen Inhalt. Um das zu überprüfen, kann man gut die gegenteilige Forderung formulieren und schauen, ob jemand das vertreten würde. Kommt man zum Ergebnis, dass niemand die Gegenforderung vertritt, so handelt es sich nicht um eine inhaltliche Forderung, sondern um einen Allgemeinplatz. Nehmen wir das CDU-Beispiel von oben, stellen wir fest, dass die Gegenforderung „Gegen ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben!“ von niemandem vertreten wird. Es handelt sich hierbei also um einen Allgemeinplatz und nicht um eine inhaltliche Aussage.

Werden Personen beworben, so vertreten diese nur in Ausnahmefällen eine Position. Häufig wird nur das Gesicht, der Name und ein inhaltsloser Slogan angegeben. So vertritt beispielsweise die Direktkandidatin der CDU für den Wahlkreis 193 Erfurt-Weimar-Weimarer Land II, Antje Tillmann, die Forderung „Für Deutschland. Für Thüringen. Für Uns.“ Abgesehen von den drei Sätzen ohne Prädikat, handelt es sich hierbei um einen Allgemeinplatz, denn „Gegen Deutschland, Gegen Thüringen, Gegen Uns.“ wird wohl kein Politiker sein.

Von dieser Inhaltslosigkeit ist nicht nur die CDU betroffen. Die SPD fordert „Zeit für mehr Gerechtigkeit“ - abgesehen davon, dass keiner etwas gegen Gerechtigkeit haben wird, vergisst die SPD wohl, dass sie HARTZ IV eingeführt, das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre angehoben und das Rentenniveau auf 43% des letzten Nettolohnes abgesenkt hat. Bei den anderen Parteien sieht es nicht anders aus. Es scheint so, als ob die PARTEI eine ihrer Kernforderungen - „Inhalte überwinden“ - auch bei den anderen Parteien durchsetzen konnte.

Insgesamt erweckt dieser Wahlkampf bei mir den Eindruck, dass sich selbst unsere Politiker nicht mehr für Politik interessieren.

(21.08.2017)

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